Begriffe

Vielleicht sind Sie von den Fachbegriffen auf dieser Seite erst einmal überfordert. Hier werden einige der gängigen Begriffe erklärt und ihre Bedeutung in wenigen Worten dargelegt.

3D Secure – Sicheres Bezahlen mit Karte im Internet durch zusätzliche Passwort- oder TAN-Abfrage seitens der ausstellenden Bank. Auch bekannt u.a. als „Verified by Visa“, „MasterCard SecureCode“, „Maestro SecureCode“, „American Express SafeKey“, „JCB J/Secure“.

AS-Proc-Code – Code im Format nn nnn nn auf Zahlungsbelegen in Deutschland. Es lässt sich daraus u.a. bestimmen, auf welchem Wege die Kartendaten für die Anfrage an das Autorisierungssystem eingelesen wurden. Sie finden eine Erläuterung des AS-Proc-Code im Detail hier.

BIN – Bank Identification Number. Die ersten Stellen einer -> PAN, meist die ersten sechs Stellen. Mit diesen können das Zahlungssystem, dem die Karte angehört, sowie ausstellende Bank, Land und Status identifiziert werden.

Cashback – Damit werden in diesem Zusammenhang Käufe im Einzelhandel bezeichnet, bei denen gleichzeitig Bargeld abgehoben wird.

Chip & PIN – Kampagne in Großbritannien 2004 zur Migration von Debitkarten und Kreditkarten 1) von Magnetstreifen auf -> EMV-Chip und 2) von Unterschrift auf Offline-PIN als bevorzugte -> CVM. Ähnliche branchenweite Migrationen fanden in den späten Nullern in der Republik Irland sowie in Australien statt. Im deutschsprachigen Raum ist die Migration auf zeitgemäß gesicherte Zahlkarten bis heute nur lückenhaft abgeschlossen.

Co-Badging – Kombination von verschiedenen Anwendungen mehrerer Zahlungssysteme (z.B. girocard und V Pay (Deutschland), PagoBANCOMAT und Maestro (Italien), Dankort und Visa Debit (Dänemark)) auf einer Karte / einem Chip. Im Regelfall wird eine nationale mit einer internationalen Anwendung kombiniert. Es gibt auch Karten, die zwei internationale Anwendungen aufweisen, z.B. die Fidor SmartCard mit MasterCard und Maestro oder die Wirecard mycard2go mit Visa (Prepaid) und V Pay.

CVM – Cardholder Verification Method. Verschiedene Arten von PIN wie auch Unterschrift oder keine Identifikation sind denkbar.

DCC – Dynamic Currency Conversion. Wenn ein Karteninhaber im Fremdwährungsausland zahlt, wird ihm gelegentlich die Belastung der Karte in Heimatwährung angeboten. Dies sollte abgelehnt werden, da Automatenaufsteller bzw. Acquirer für dieses Privileg meist bis zu 10% Aufschlag gegenüber den Kursen von Visa oder MasterCard verlangen.

Deferred-Debit-Karte – Karte, welche anders als eine Charge-Karte und wie eine Debitkarte an ein bestimmtes Girokonto gebunden ist, die Umsätze jedoch nicht täglich abrechnet, sondern meist monatlich zu einem festen Stichtag. Eine Teilzahlungsfunktion ist anders als bei der Kreditkarte im engeren Sinne nicht vorhanden. Stattdessen verweisen die ausstellenden Banken auf den Dispositionskredit des Girokontos.

Direktes Kundenentgelt – Barabhebungen können sowohl vom Aussteller der Karte (Issuer fee) als auch vom Aufsteller des Geldautomaten (Surcharge; direktes Kundenentgelt) mit einer Gebühr belastet werden. Letzteres ist bei Visa- und MasterCard-Abhebungen etwa in den USA und Asien gängig. In Deutschland hat Visa Europe bis Mitte April 2016 direkte Kundenentgelte verboten, MasterCard jedoch nicht.

ELV – Elektronisches Lastschriftverfahren. Aus der Kartennummer bestimmter Debitkarten (in Deutschland u.a. 19-stellige girocard, Maestro, V Pay, in UK ehemals 19-stellige Switch/Maestro), die aus dem Chip („Euro ELV“) oder dem Magnetstreifen bestimmbar ist, kann die IBAN des zugehörigen Girokontos bestimmt werden. Anstelle einer Kartenzahlung wird der Betrag direkt per Lastschrift auf Risiko des Händlers vom Konto des Kunden gezogen, was für den Händler regelmäßig günstiger ist. Nicht immer wird die Kartennummer gegen Sperrlisten („KUNO“, „TeleCash Sperrdatei“/TSD, usw.) abgeglichen, was die Acquirer als kostenpflichtigen Zusatzservice anbieten. Für abhanden gekommene Karten besteht, auch wenn sie bei der ausstellenden Bank gesperrt wurden, ein konkretes Missbrauchsrisiko.

EMV – Europay, MasterCard, Visa. Bezeichnet einen gemeinsamen Branchenstandard für Chipkarten.

Interchange – Interbankenentgelt, das im Verhältnis Acquirer -> Issuer anfällt. In der EU für Vier-Parteien-Verbraucherkarten durch die Verordnung (EU) 2015/751 reguliert.

Issue number – deutsch: -> Kartenfolgenummer.

Issuing Processor – Banken greifen für ihr Kartenportfolio meist auf einen externen Dienstleister für das sogenannte Issuing Processing zurück. Mit der Wahl des Issuing Processors stehen und fallen bestimmte Features der Karte, bekanntermaßen beherrschen z.B. Karten von Atos Worldline sämtlich kein Offline-PIN. Bekannte Unternehmen, die das Issuing Processing in Deutschland und Europa betreiben, sind etwa Atos Worldline, Bank-Verlag, Bayern Card Services, Fidelity, First Data (ex-Euro Kartensysteme/GZS), Global Processing Services FZLLC, MiFinity, petaFuel, Pluscard, SIA sowie TSYS.

Kartenfolgenummer – Meist einstellige Nummer, auch bekannt als Issue number, PAN Seq No bzw. PAN Sequence Number. Dient der Differenzierung einer aktuellen von einer abgelaufenen oder gesperrten Karte, wenn aufgrund Zusammenhangs mit der Kontonummer keine neue Kartennummer vergeben werden kann (z.B. girocard in Deutschland, ehemals 18- und 19-stellige Switch/Maestro in UK). Vereinzelt können auch Karten anderer Zahlungssysteme wie Visa eine Kartenfolgenummer ungleich 0 aufweisen.

Kontostandsabfrage – In diesem Zusammenhang ist die Kontostandsabfrage (Balance Inquiry) an Geldautomaten von Fremdbanken gemeint, die in einigen Märkten (u.a. Großbritannien, Polen) Standardfunktionalität ist und für die ggf. seitens des Kartenherausgebers Gebühren erhoben werden, da ein -> Interchange-Entgelt anfällt. In Deutschland wird die Abfrage des Kontostands bzw. verfügbaren Betrags nur an wenigen fremden Automaten angeboten, u.a. den Travelex-Automaten, welche sich an internationalen Flughäfen befinden.

Maestro UKDM – UK Domestic Maestro. Karten aus bestimmten -> BIN-Nummernkreisen, die von britischen Instituten ausgegeben wurden, unterstützen mehr Funktionen als übliche „International Maestro“, u.a. ist die Einsetzbarkeit im Fernabsatz schon seit längerem gegeben. Die meisten Sonderregelungen zu UK Domestic Maestro (ehemals ein eigenes Zahlungssystem namens Switch) entfielen jedoch im Jahr 2011.

NFC – Near Field Communication. Nahfunk-Karten, mit denen kontaktlos gezahlt werden kann (Eigennamen u.a. Visa payWave, MasterCard PayPass, American Express ExpressPay, Discover Zip, JCB J/Speedy, UnionPay QuickPass, girogo der Deutschen Kreditwirtschaft).

Offline-PIN – Überprüfung der Richtigkeit der PIN erfolgt zwischen Terminal und Karte. Es gibt zwei Varianten: Plaintext PIN verification performed by ICC, und Enciphered PIN verification performed by ICC. Üblich u.a. in Großbritannien, Irland, Schweden und Finnland. Neue Terminals müssen bei Visa-Karten seit ca. 1999 beide Varianten von Offline-PIN unterstützen.

Online-PIN – Überprüfung der Richtigkeit der PIN erfolgt zwischen Terminal und Bank. Es gibt nur eine Variante: Enciphered PIN verified online. Üblich an Geldautomaten weltweit, an Kassen nur in sehr wenigen Ländern wie Deutschland und den USA. Wenn eine Karte nur Online-PIN, aber kein Offline-PIN unterstützt, fällt sie in sehr vielen Ländern auf die unsichere Unterschrift oder keine Identifikation zurück.

PAN – Primary Account Number. 12- bis 19-stellige Kartennummer, meist 16-stellig und auf der Front der Karte angebracht. Bei modernen Debitkarten ist die Kartennummer von der Kontonummer abstrahiert. Dies ist bei der girocard aus politischen Gründen (vgl. PaySys, Die Zukunft des kartenbasierten ELV, 2010, S. 16) nicht der Fall.

PAN Sequence Number – -> Kartenfolgenummer.

PIN – Personal Identification Number. Meist 4-, aber oft auch 6-stellige Geheimnummer zur Legitimation des Nutzers einer Zahlkarte. Kann an Kassen sowie Geldautomaten verlangt werden. Regional sind auch Buchstaben möglich, diese sind dann im Ausland nach einem entsprechenden Schlüssel umzuwandeln.

PIN Services – In einigen Märkten (u.a. Polen, Großbritannien, Irland, Griechenland) bieten Geldautomaten standardmäßig PIN Services wie Entsperrung und Änderung auch für Karten fremder Banken an (sog. Reciprocal PIN Services). Diese Funktionalität kann nur genutzt werden, wenn der Aussteller der Karte diese Funktionalität ebenfalls unterstützt. PIN-Änderung wird von Automaten in Deutschland allenfalls für Karten der eigenen Bankengruppe, Zurücksetzung des Fehlbedienungszählers am Automaten in Selbstbedienung überhaupt nicht angeboten.